Konsequentes Handeln gegen unerwünschte Substanzen

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist im konventionellen Landbau üblich und sorgt dafür, dass wir qualitativ hochwertige Lebensmittel erhalten. Ernteausfälle oder -einbußen aufgrund von Schädlingsbefall oder Unkräutern können so verhindert werden. Doch wie so häufig gilt auch hier: Die Dosis ist entscheidend.

Das ALDI SÜD Rückstandsmonitoring

Wir haben bereits 2006 ein umfangreiches Rückstandsmonitoring eingeführt, das teilweise über die gesetzlichen Grenzwerte von Pflanzenschutzmitteln hinausgeht. Darin haben wir die Anzahl und maximale Höchstmengenauslastung nachweisbarer Pflanzenschutzmittelrückstände für jede Obst- oder Gemüsesorte definiert und beschränkt. Während früher bei manchen Produkten bis zu 30 Stoffe nachweisbar waren, haben wir diese jetzt je nach Produktgruppe auf drei bis maximal fünf reduziert.
Dennoch achten wir darauf, dass die Vorgaben für die Produzenten umsetzbar bleiben. Die Herausforderung besteht darin, einen Mittelweg zu finden, um trotz minimalen Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln einwandfreie Produkte zu wirtschaftlichen Preisen zu erhalten.

Dieses Prinzip verfolgen wir auch im Umgang mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das zur Unkrautkontrolle im Ackerbau eingesetzt wird. Aus diesem Grund fordern wir unsere Lieferanten auf, anhand unserer Orientierungswerte Maßnahmen zur Reduzierung der Glyphosatgehalte in den ALDI SÜD Produkten zu ergreifen.

Schnelle Reaktion bei Abweichungen

Im Rahmen unserer Qualitätskontrollen achten wir konsequent darauf, dass bei uns nur Produkte in den Verkauf gelangen, die unseren Vorgaben entsprechen. Sollten wir einmal Abweichungen feststellen, unterstützen wir unsere Lieferanten bei der Ursachenforschung. So können wir schnell und effektiv reagieren und notwendige Maßnahmen ergreifen. Sollte ein Lieferant jedoch wiederholt auffallen, greift bei uns ein transparentes Sanktionssystem.

Wissenschaftlich bestätigte Wirksamkeit

Der Erfolg unseres Engagements zeigt sich auch in einer Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zum Thema Pflanzenschutzmittel.
Das Ergebnis: Die Belastung mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln bei unserem Obst und Gemüse ist seit Einführung der umfangreichen Vorgaben für unsere Lieferanten deutlich gesunken.

Zertifizierung nach dem GLOBALG.A.P.-Standard

Grundsätzlich fordern wir von unseren Obst- und Gemüselieferanten eine Zertifizierung nach dem GLOBALG.A.P.-Standard: Er legt verbindliche Anforderungen für eine gute Agrarpraxis (G.A.P.) fest. Hierzu gehören insbesondere die Lebensmittelsicherheit, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Rückverfolgbarkeit und Themen wie Umweltschutz und Arbeitssicherheit.

Maßnahmen gegen andere unerwünschte Stoffe

Neben Rückständen von Pflanzenschutzmitteln lassen sich in Lebensmitteln immer wieder auch andere Schadstoffe nachweisen, die beispielsweise durch Verunreinigungen während der Ernte, Weiterverarbeitungsprozesse, Transport oder Verpackungsmaterialien entstehen. Wir behalten Entwicklungen kontinuierlich im Auge und reagieren umgehend. Unsere Experten optimieren kontinuierlich die Parameter, nach denen unsere Produkte zu überprüfen sind, sodass wir Schadstoffe frühzeitig erkennen und vermeiden können.


Mineralölrückstände

Mineralölrückstände

Viele Lebensmittel können unbeabsichtigte Einträge von Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH – Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, bzw. MOAH – Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) enthalten. Diese Stoffe können gesundheitsschädigend wirken.

Eine Ursache für Lebensmittelverunreinigungen mit MOSH oder MOAH kann die Verpackung sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat hierzu Ende 2009 eine Stellungnahme vorgelegt. Daraufhin haben wir bei ALDI SÜD bereits Anfang 2010 reagiert und damit begonnen, die vom BfR empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Seitdem achten wir darauf, dass bei uns vermehrt Kartonverpackungen aus Frischfaser zum Einsatz kommen oder alternativ ein Innenbeutel mit Barrierewirkung vorhanden ist. Gleichzeitig verwenden wir bei unseren Verpackungen mineralölfreie Leime und Druckfarben.

Allerdings sind Verpackungsmaterialien nicht die einzige Ursache für MOSH- oder MOAH-Verunreinigungen. So können beispielsweise Abgase von Benzinmotoren, Industrieemissionen oder Feinstaub asphaltierter Straßen zu einer umweltbedingten Grundbelastung von Rohstoffen führen. Vor oder während der Ernte können durch den Einsatz von Pestiziden oder Schmier- und Hydraulikölen bei Erntemaschinen Verunreinigungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe entstehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines Mineralöleintrags während der Lebensmittelproduktion, z. B. durch Öle oder Fette, die bei Wartungs- oder Reinigungsarbeiten verwendet werden.

Wir haben aus diesem Grunde entschieden, nicht nur Verpackungsmaterialien zu betrachten, sondern gemeinsam mit unseren Lieferanten einen ganzheitlichen Lösungsansatz zu verfolgen. Unsere Kontrollen umfassen daher sämtliche Prozessstufen, auf denen eine Kontamination mit Mineralölbestandteilen erfolgen kann.


Pyrrolizidinalkaloide in Tees

Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees

In Kräutertees kann es zu Verunreinigungen mit Pyrrolizidinalkoiden (PA) kommen. PA sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die von einer Vielzahl weltweit vorkommender Pflanzenarten zum Schutz von Fraßfeinden gebildet werden und in größeren Mengen gesundheitsschädigend wirken können. Sie kommen in Unkräutern vor und gelangen unbeabsichtigt in Lebensmittel. Das Vorkommen von PA in Pflanzen variiert stark nach Pflanzenart bzw. Pflanzenteil und wird auch von weiteren Faktoren wie beispielsweise dem Klima und der Bodenbeschaffenheit beeinflusst. Aufgrund des natürlichen Ursprungs von PA können sowohl Tees aus ökologischem als auch aus konventionellem Anbau gleichermaßen betroffen sein.

Unser Teelieferant hat bereits Maßnahmen ergriffen, um Verunreinigungen mit PA in Kräutertees bestmöglich zu minimieren. So werden auffällige Chargen bei der Wareneingangskontrolle zurückgewiesen. Zugleich schult unser Lieferant die Produzenten vor Ort darin, die Unkräuter bereits auf dem Feld zu erkennen und zu entfernen. Wir kaufen zudem keine Ware aus Ländern, die häufiger durch Verunreinigungen mit PA aufgefallen sind.


Fettschadstoffe

Fettschadstoffe aus pflanzlichen Ölen und Fetten

Während der Verarbeitung von pflanzlichen Ölen und Fetten (insbesondere bei der Raffination) können die sogenannten Prozesskontaminanten 3-MCPD-Ester, 2-MCPD-Ester und Glycidylester entstehen, die als gesundheitsschädigend gelten.

Wir verfolgen das Thema bereits seit vielen Jahren und haben eigene Anforderungen und Richtwerte für unsere Eigenmarken definiert, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Unsere Lieferanten sind dazu aufgefordert, Maßnahmen in die Wege zu leiten, um die Gehalte an 3-MCPD-, 2-MCPD- und Glycidylestern so niedrig wie möglich zu halten. Dazu verfolgen unsere Lieferanten unterschiedliche Ansätze, die in Abhängigkeit vom betreffenden Lebensmittel zum Erfolg führen. Die Verwendung von pflanzlichen Ölen und Fetten, die bei Temperaturen unter 200°C verarbeitet werden, kann dabei ein Baustein zur Verringerung der Fettschadstoffe sein.