Standards für eine soziale und ökologische Produktion

In den ALDI SÜD Filialen führen wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Artikeln – neben den festen Sortimentsartikeln gehören dazu auch mehrfach wöchentlich wechselnde Aktionsartikel. Obwohl wir meist keine direkten Geschäftsbeziehungen zu den Produktionsstätten unterhalten, spielt Nachhaltigkeit bei der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern eine zentrale Rolle. Wir wollen sichergehen, dass bei der Fertigung unserer Artikel soziale und ökologische Mindestanforderungen erfüllt und weiterentwickelt werden.

Ein internationales Team befasst sich innerhalb der Unternehmensgruppe ALDI SÜD intensiv mit dem Thema Sozialstandards und treibt unser Engagement in diesem Bereich voran. Ein Teil der Mitarbeiter ist direkt in Hongkong im Einsatz sowie ein weiterer in Bangladesch.
Unsere Lieferanten verpflichten sich vertraglich, unsere verbindlichen „ALDI SÜD Sozialstandards in der Produktion“ einzuhalten. Diese gelten nicht nur für unsere direkten Geschäftspartner, sondern auch für deren Lieferanten und Produzenten.


Social-Monitoring-Programm

Bereits vor der Entscheidung über zukünftige Produktangebote führt ALDI SÜD bei Non-Food-Artikeln, die in Risikoländern produziert werden, Prüfungen im Rahmen des sogenannten Social-Monitoring-Programms durch. Dieses umfasst unter anderem

  • interne Bewertungen der Produktionsstätten entsprechend der ALDI Social Assessments,
  • externe Auditierungen der Produktionsstätten nach anerkannten Standards (amfori BSCI, SA8000, ICTI).

Seit Anfang 2017 beziehen wir alle Non-Food-Warengruppen in das Social-Monitoring-Programm ein.

ALDI Social Assessments

Um uns ein Bild über die Einhaltung der geforderten Standards und Fortschritte vor Ort machen zu können, führen wir in unseren Produktionsländern regelmäßig unsere sogenannten ALDI Social Assessments (ASA) durch. Dabei besuchen und bewerten Mitarbeiter unserer internationalen CR-Einheiten, die sich in Hongkong und Bangladesch befinden, gemeinsam mit Vertretern unserer Lieferanten sowie unabhängigen Fachleuten die Produktionsstätten.

Besonders strenge Anforderungen gelten für Produktionsstätten in Bangladesch. Aus diesem Land dürfen unsere Lieferanten ausschließlich Waren von bereits besuchten und durch uns freigegebenen Produktionsstätten anbieten und beziehen.

Unsere Mitgliedschaften

amfori BSCI

Wir sind Mitglied in mehreren Organisationen, die sich für soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette von Non-Food-Artikeln einsetzen.

Bereits seit 2008 haben wir uns der internationalen "Business Social Compliance Initiative" (amfori BSCI) angeschlossen. Als amfori BSCI-Teilnehmer unterstützen wir die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Schwellenländern. Zusätzlich setzen wir uns dafür ein, den Aufbau von Strukturen zur Einhaltung von sozialen Standards in der Produktion zu fördern.

amfori BEPI

Als Mitglied der internationalen "Business Environmental Performance Initiative" (amfori BEPI) unterstützen wir seit Anfang 2017 das Ziel, den Umweltschutz entlang der Lieferketten bei Textilien und Schuhen voranzutreiben. Die Initiative bietet uns und unseren Partnern Möglichkeiten für Trainingsmaßnahmen und weitere Module, um beispielsweise Fachwissen mit Herstellern und Lieferanten auszutauschen und so langfristig das gesamte Chemikalienmanagement branchenübergreifend zu verbessern.

Textilien

Bekleidungs- und Heimtextilien sind ein regelmäßiger Bestandteil unserer wöchentlich wechselnden Aktionsartikel. Als ein relevanter Textilhändler in Deutschland fördern wir die umwelt- und sozialverträgliche Herstellung von Textilien. In den letzten Jahren konnten wir unsere textile Lieferkette bereits durch unterschiedliche Projekte und Maßnahmen deutlich nachhaltiger gestalten. Für die Zukunft haben wir das Ziel, unser Angebot an nachhaltigen Textilien noch weiter auszubauen und eine noch größere Transparenz bei der Lieferkette zu schaffen.


ALDI Factory Advancement Project (AFAP)

Im Jahr 2013 haben wir zusammen mit ALDI Nord das ALDI Factory Advancement Project (AFAP) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Arbeiter stärker in Entscheidungsprozesse einbeziehen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Das zweijährige Schulungsprojekt basiert auf einem bewährten Kommunikationsansatz und befähigt die Arbeiter und Manager in anfänglich 20 teilnehmenden Textilfabriken, Probleme in ihrem Arbeitsumfeld zu erkennen und gemeinsam als Team passende Lösungen zu entwickeln. Themen sind unter anderem Gesundheits- und Brandschutz, Überstunden und Löhne. Das AFAP wurde zwischenzeitlich auf weitere Produktionsstätten ausgeweitet.

Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch

Seit Mai 2013 sind wir Mitglied des internationalen Abkommens über Brandschutz und Gebäudesicherheit (Accord on Fire and Building Safety) in Bangladesch. Damit wollen wir die Sicherheit in den Textilfabriken in Bangladesch dauerhaft verbessern. Dies soll unter anderem durch Inspektionen unabhängiger Fachleute erreicht werden.

Dem Abkommen gehören neben Unternehmen auch NGOs sowie lokale und internationale Verbände und Gewerkschaften an. Auch unsere Lieferanten, die in Bangladesch produzieren lassen, haben wir verpflichtet, dem Abkommen beizutreten.


Bündnis für nachhaltige Textilien

Im Juni 2015 sind wir dem „Bündnis für nachhaltige Textilien“ beigetreten. In den einzelnen Gremien möchten wir dazu beitragen, die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen entlang der gesamten Textillieferkette zu verbessern und die Herstellung von Textilien aus nachhaltigen Materialien zu fördern. Diese Ziele verfolgen wir gemeinsam mit der Bundesregierung, Vertretern der Zivilgesellschaft und einer Vielzahl deutscher Unternehmen, die sich ebenfalls an der Initiative beteiligen.

Als Teil unserer Mitgliedschaft beim Textilbündnis haben wir uns für das Jahr 2017 insgesamt 21 Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung der textilen Lieferkette gesetzt. Die Ziele haben wir in einem Maßnahmenplan zusammengefasst.


Verzicht auf Chemikalien in der Textilproduktion

Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterstützen wir die Ziele der Detox-Kampagne, die von der Umweltschutzorganisation Greenpeace ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, die Belastung von Mensch und Umwelt durch chemikalienhaltige Produktionsprozesse in der Textil- und Schuhindustrie zu reduzieren.

Gemeinsam mit Greenpeace haben wir einen umfangreichen Kriterienkatalog erarbeitet, in dem hohe ökologische Anforderungen an die Produktion von Textilien und Schuhen definiert sind. Mit unserem Detox Commitment setzen wir uns das Ziel, bis 2020 auf bestimmte Chemikalien in der Textil- und Schuhproduktion vollständig zu verzichten.

Zudem sind wir Mitglied in der Leather Working Group, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Produktionsstandards in der Lederverarbeitung zu verbessern. Ziel der Initiative ist es, die Bedingungen in Gerbereien und bei Zwischenhändlern transparenter zu machen und nachhaltig zu verändern. Dazu gehört, dass die Hersteller in der Lederverarbeitung keine potenziell kritischen Substanzen verwenden und der hohe Wasser- und Energieverbrauch gesenkt wird. Außerdem wird die Arbeitssicherheit regelmäßig kontrolliert.