Achtung von Menschenrechten bei ALDI SÜD

Als Teil der globalen Wertschöpfungsketten sind wir uns unserer Verantwortung hinsichtlich der Einhaltung von Menschenrechten bewusst. Wir sind davon überzeugt, dass unternehmerischer Erfolg auf Dauer nur dann möglich ist, wenn Menschenrechte anerkannt und geschützt werden. In diesem Zusammenhang bildet die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans „Wirtschaft und Menschenrechte“ durch die Bundesregierung einen wichtigen Meilenstein. 

Inwieweit wir die Anforderungen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung bereits umsetzen und wie wir den Schutz der Menschenrechte entlang unserer Lieferketten durch weitere Maßnahmen künftig verbessern werden, haben wir nachfolgend unter den aufklappbaren Reitern zusammengefasst. 


Grundsatzerklärung

Um unserer Sorgfaltspflicht gegenüber unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Menschen entlang unserer Lieferketten gerecht zu werden, haben wir zusammen mit ALDI Nord als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland im Oktober 2018 eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte veröffentlicht.   

Darüber hinaus dienen bereits seit Jahren unsere verbindlichen internationalen CR-Grundsätze sowie die ALDI Sozialstandards in der Produktion uns und unseren Geschäftspartnern als feste Richtlinien zur Umsetzung einer nachhaltigen Lieferkette. Sie definieren unter anderem unsere Erwartungen an soziale Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Achtung von Menschenrechten innerhalb der Produktionsprozesse unserer Produkte. Zudem verweisen wir darin auf international und national geltende Menschenrechtswerke und führen Verantwortlichkeiten auf.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich ALDI SÜD in einer separaten Erklärung zur Achtung der Menschenrechte bekennt. Die kontinuierliche Umsetzung von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt in der eigenen Geschäftstätigkeit sowie entlang der Geschäftsbeziehungen in der Wertschöpfungskette ist eines der Kernziele der 10 Prinzipien des UN Global Compact und der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.“

Marcel Engel, Leiter der Geschäftsstelle Deutsches Global Compact Netzwerk
(Im August 2017 ist ALDI SÜD ist dem United Nations Global Compact (UNGC) beigetreten.)


Ermittlung negativer Auswirkungen

Uns ist bewusst, dass unser Handeln potenziell nachteilige Auswirkungen auf Menschenrechte haben kann. Wir ermitteln fortlaufend Menschenrechtsrisiken, unter anderem durch kontinuierliche Recherchen und Hotspot-Analysen. Zusätzlich beziehen wir Einschätzungen externer Experten in unser Handeln mit ein, die wir beispielsweise im Zuge einer umfassenden Stakeholder-Befragung erlangen. 

Mithilfe flächendeckender Sozialaudits, die durch externe Dienstleister durchgeführt werden, sowie eigener Produktionsstätten-Assessments, den sogenannten ALDI Social Assessments (ASAs), verschaffen wir uns regelmäßig ein Bild von potenziellen Risiken in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten unserer Non-Food-Artikel in Risikoländern. 

Als Lebensmittelhändler legen wir einen besonderen Fokus darauf, Menschenrechtsrisiken im Food-Bereich zu ermitteln. Aus diesem Grund erfolgen regelmäßig auch für Food-Artikel Sozialaudits, die wir eigenständig sowie mithilfe externer Unternehmen durchführen. Zusätzlich haben wir gemeinsam mit einem externen Dienstleister systematisch die Menschenrechtsrisiken in unseren Food-Lieferketten analysiert. Die Basis der Risiko-Einstufung stellten dabei die Indikatoren Arbeiterrechte, Ungleichbehandlung der Geschlechter, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Umweltverschmutzung, Wassermangel, Anfälligkeit gegen Folgen des Klimawandels sowie Entwaldung dar. Informationen zu diesen Indikatoren wurden auf Grundlage verschiedener Auswertungen zusammengetragen, bspw. mittels des Global Slavery Index oder des Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International. Auf dieser Grundlage priorisieren wir identifizierte Problemfelder. 

Darüber hinaus reisen wir zunehmend selbst in die Produktions- und Ursprungsländer der Waren. Vor Ort treten wir mit Stakeholdern sowie potenziell Betroffenen in den Austausch, um Missachtungen der Menschenrechte besser identifizieren und frühzeitig verhindern zu können.


Maßnahmen und Überprüfung der Wirksamkeit

Dort, wo wir wesentliche potenziell nachteilige Auswirkungen auf Menschenrechte identifizieren, setzen wir entsprechende Maßnahmen in unseren Geschäftsprozessen um – mit dem Ziel, Risiken zu verhindern. Dazu gehören folgende Maßnahmen: 

  • Schulung relevanter Mitarbeiter 
  • Berücksichtigung etablierter Auditierungs- und Zertifizierungsstandards beim Einkauf sowie Definition von Zielen, beispielsweise in unseren Einkaufspolitiken (Lieferkette)
  • Qualifizierung von Produktionsstätten im Rahmen des ALDI Factory Advancement Project (AFAP
  • Lieferanten-Schulungen
  • Lieferantenbewertung und ggf. Ausschluss von Lieferanten oder Erzeugern als letzte Maßnahme 
  • Anpassung von Einkaufsprozessen: Die Berücksichtigung von Menschenrechtsaspekten erfolgt bereits in der Ausschreibung (Intensivierung der Zusammenarbeit mit Lieferanten, die eine gute CR-Performance haben)
  • Durchführung von Projekten im Ursprung: Kaffeeprojekt in Honduras, ProPlanteurs an der Elfenbeinküste, Garnelenprojekt in Costa Rica sowie Indien, Unterstützung kleinbäuerlicher Palmölbauern in Westafrika, Klimaschutzprojekte (PrimaKlima) in Uganda, Cochabamba und Bolivien (RohstoffeALDI SÜD Blog)
  • Überprüfung der Wirksamkeit unserer Maßnahmen im Rahmen unserer Ursprungs- bzw. Lieferkettenprojekte


Unserer Erfahrung nach können Arbeitsbedingungen innerhalb von Lieferketten am besten im Rahmen gemeinsamer Initiativen und Partnerschaften verbessert werden – insbesondere wenn die Probleme systemisch bedingt sind und Lieferketten mit vielen anderen Unternehmen geteilt werden. Wir engagieren uns daher in warenspezifischen Multi-Stakeholder-Initiativen, wie zum Beispiel: 

  • Forum Nachhaltiger Kakao 
  • Global Coffee Platform 
  • Fruit Juice CSR Platform 
  • World Banana Forum 
  • Textilbündnis 
  • Bangladesh Accord on Fire and Building Safety  

Beschwerdemechanismen

Um frühzeitig nachteilige Auswirkungen identifizieren zu können, haben wir für unsere eigenen Mitarbeiter und Geschäftspartner die Möglichkeit geschaffen, uns über verschiedene Kontaktstellen über Missstände zu informieren: Dies kann beispielweise für unsere Mitarbeiter über unseren Vertrauensanwalt und für Lieferanten über die Supply Chain Initiative erfolgen.

Wir sehen es als Herausforderung an, einen eigenen Beschwerdemechanismus in den einzelnen Erzeuger- oder Produktionsländern zu implementieren. Die Wertschöpfungsketten sind meist vielstufig und komplex. Wir werden uns dieser Aufgabe jedoch stellen und Konzepte entwickeln, die in relevanten Lieferketten den Zugang zu Beschwerdemechanismen verbessern. Zusätzlich setzen wir uns gemeinsam mit anderen Beteiligten für die Etablierung von Beschwerdemechanismen ein – beispielsweise im Rahmen unserer Mitgliedschaften im Textilbündnis.

Darüber hinaus überprüfen von uns genutzte Zertifizierungsstandards wie Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance, ob  Beschwerdemöglichkeiten für die Arbeiter gegeben sind.


Berichterstattung

Wir informieren regelmäßig in Publikationen wie dem internationalen Nachhaltigkeitsbericht, unseren CR-Broschüren, auf der Unternehmenswebseite oder auf dem ALDI SÜD Blog über unser soziales Engagement entlang der Lieferkette. Eine transparente Kommunikation ist für uns von hoher Relevanz und ein wichtiger Baustein menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht. Deshalb planen wir, unsere Ansichten und Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte künftig noch umfassender zu kommunizieren. Als wichtigen Schritt in diese Richtung schaffen wir Transparenz in der Lieferkette, beispielsweise durch die regelmäßige Veröffentlichung aller Endfertigungsstätten für Textilien und Schuhe.


Kontinuierliche Verbesserung

Uns ist bewusst, dass es sich bei der Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfalt um einen fortlaufenden Prozess handelt. Wir überprüfen daher stetig unsere Maßnahmen und Prozesse und versuchen diese weiter zu optimieren.